| 100 Hände für Kobra Babaei |
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Aktion gegen drohende Steinigung einer Iranerin am 11.11.09 auf dem Unicampus GriebnitzseeAm Mittwoch, 11.11.09, führte die Potsdamer Hochschulgruppe von Amnesty International die Eilaktion „100 Hände für Kobra Babaei“ durch. Auf dem Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam hatten es die Mitglieder im Foyer des Hauses 6 von 11 bis 14 Uhr geschafft, 100 Studierende in eine Protestaktion einzubinden, mit der die drohende Steinigung der Iranerin KOBRA BABAEI öffentlich angeklagt wurde. Dazu wurde jeweils eine Hand eines Passanten mit roter Farbe eingestrichen, die einen markanten Handabdruck auf einem Blatt Papier hinterließ – ein symbolischer Akt, dessen individuelle Spur auf dem Papier ein Zeichen gegen die Verletzung des Menschenrechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit setzte. „Die Hand eines Menschen ist etwas so Persönliches und allein ihr Abdruck geht einem in diesem Kontext sehr nah. Wir glauben, dass das einen stärkeren Eindruck im iranischen Justizministerium hinterlässt, als eine Liste mit 100 Unterschriften“, erklärt Gesine Dannenberg, Initiatorin der Aktion und Studentin der Europäischen Medienwissenschaft in Potsdam.Ein kurzer persönlicher Aufruf, das tödliche Urteil fallen zu lassen, vollendete die „100 schützenden Hände“, die noch am darauffolgenden Freitag an den iranischen Justizminister Ayatollah Sadeqh Larijani verschickt wurden. Bereits am Freitag, 6. November 2009, hatte die Hochschulgruppe eine Kneipensammelaktion in Potsdamer Bars und Kneipen durchgeführt, um die Leute auf die Arbeit von Amnesty International aufmerksam zu machen und u. a. für diese konkrete Aktion Briefporto und Materialkosten finanzieren zu können. Dabei hatten sich sehr viele Potsdamer für die Aktion interessiert und gern etwas gespendet. Die Mitglieder der Hochschulgruppe waren gemeinsam in die Kneipen gegangen und hatten Jeden und Jede einzeln angesprochen.Womöglich kann die Entscheidung durch die Eilaktion, zu der Amnesty International öffentlich aufgerufen hat, noch einmal gekippt werden, denn zurzeit wird im Parlament über eine Neufassung des Strafgesetzbuchs beraten. Im Juni 2009 empfahl der Rechtsausschuss des iranischen Parlaments (Majiles), den Absatz aus dieser Fassung zu streichen, der Steinigung als Strafe vorsieht. Nach der Verabschiedung im Parlament geht die Neufassung des Strafgesetzbuchs zur Bestätigung an den Wächterrat. Beide Gremien sind befugt, die Wiederaufnahme der Steinigungen im Strafgesetzbuch zu erwirken. Kob Mehr Informationen zu diesem Fall unter: Momentan gibt es leider noch keine Meldungen über Kobra Babaeis Schicksal. Die Hochschulgruppe verfolgt weiterhin den aktuellen Stand der Dinge im Iran. |